2. Alsco Handball Bundesliga Frauen: VfL Waiblingen – SG Nürtingen-Zizishausen 28:31 / Schlussphase geht an Nürtingen
Da war mehr drin für die TIGERS im schwäbischen Derby der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen gegen die SG Nürtingen-Zizishausen. Trotz einer zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Führung in der ersten Halbzeit musste sich der VfL dem Titelaspiranten nach einem engen Spielverlauf im zweiten Durchgang am Ende doch mit 28:31 Toren (16:16) geschlagen geben. Dem VfL unterliefen in den entscheidenden Phasen zu viele Fehlwürfe und technische Fehler, während auf Nürtinger Seite die überragende Lisa Fuchs und Kreisläuferin Lenya Treusch die Gäste in den Schlussminuten noch zum Sieg führten.
Nürtingen traf in der Gemeindehalle Bittenfeld nach einer frühen Zeitstrafe gegen den VfL nach 36 Sekunden per Strafwurf zum 1:0. Das sollte aber auch die einzige Führung der Gäste in der ersten Halbzeit bleiben, denn die TIGERS schüttelten die anfängliche Nervosität ab und machten viel Tempo nach vorne. Als Isabel Kattner nach nur neun Minuten das 8:5 für den VfL erzielte, war sie bereits die sechste Waiblinger Torschützin. Die SG verkürzte zwar innerhalb von einer Minute auf 8:7, scheiterte aber in der Folgezeit mehrmals an der TIGERS-Keeperin Sarah Thomsen oder blieb an der gut verschiebenden VfL-Abwehr hängen. Die TIGERS nutzten diese Phase und zogen bis zur 18. Minute auf 13:8 davon. Und hätten die Führung noch weiter ausbauen können. Doch dem VfL unterliefen nun ohne Not mehrere einfache Ballverluste, die eine bis dahin wenig überzeugende Nürtinger Mannschaft wieder ins Spiel zurückbrachten. Die SG nutzte zwei weitere Zeitstrafen gegen die TIGERS nun konsequent aus und holte Tor um Tor auf. Nach vier Nürtinger Treffern in Folge war beim 14:14 wieder der Gleichstand erreicht, mit einem Unentschieden (16:16) ging es auch in die Halbzeitpause.
Einen hochspannenden Verlauf sollte die zweite Halbzeit nehmen. Dem VfL gelang es zwar, die Nürtinger Torfabrik einigermaßen in Schach zu halten, er tat sich im eigenen Angriff jedoch ebenfalls schwer. Jeder Treffer musste schwer erkämpft werden. Bis zum 24:24-Zwischenstand nach 49 Minuten wechselte die Führung zwischen beiden Teams hin und her. Hannah Hönig, beste Torschützin der TIGERS an diesem Abend, brachte ihr Team per Strafwurf erneut in Führung (25:24). Es folgten die entscheidenden Momente. Die eingewechselte VfL-Keeperin Laura Hoke hält zwar einen Nürtinger Strafwurf, ihr Teamkolleginnen im Angriff vergeben jedoch anschließend zwei Möglichkeiten auf die Zwei-Tore-Führung. Angeführt von der überragenden Spielmacherin Lisa Fuchs schlug nun Nürtingen zu. Zuerst traf die SG-Torhüterin Sophie Leenen ins verwaiste Waiblinger Tor – Celia Heinzer (VfL) hatte zuvor ihre zweite Zeitstrafe kassiert – wenig später sorgte Lenya Treusch mit drei Treffern in Folge zur 29:26-Führung für die Vorentscheidung. Am Ende steht eine aus Waiblinger Sicht ärgerliche, da durchaus vermeidbare 28:31-Niederlage gegen an diesem Abend auch nicht überragend auftretende Nürtingerinnen.
So durften am Ende das Team von SG-Trainer Manel Cirac und ihre lautstarken Anhänger aus Nürtingen nicht nur einen knappen Auswärtssieg, sondern auch die Tabellenführung feiern. Die SG löste den 1. FSV Mainz 05 nach dessen Niederlage bei den Füchsen Berlin von der Spitze ab.
Für die TIGERS geht es am kommenden Sonntag zum Auswärtsspiel nach Leverkusen. Eine schwere Aufgabe für das Team des Waiblinger Trainers Michael Stettner, denn Bayer 04 ist mit dem 40:33-Erfolg beim Rostocker HC an diesem Wochenende ein Befreiungsschlag im Tabellenkeller gelungen.
VfL Waiblingen: Sarah Nørregaard Thomsen, Laura Hoke; Romy Allgaier, Belen Gettwart, Isabel Kattner (3), Samira Brand (2), Kimberly Gisa (3), Hannah Hönig (7/1), Cosima Würdinger (3), Celia Heinzer (5/1), Laura Nagy (1), Gabriela Vrabie, Maren Keil (3), Lara Eckhardt.
SG Nürtingen-Zizishausen: Sophie Leenen (1), Kerstin Sander; Nina Fischer, Carolin Jaron, Lisa Wieder (1), Ronja Bühler (1), Nele Nusser, Nora Erhardt (1), Maileen Seeger (2), Maxime Luber (2), Leonie Dreizler (4/2), Lisa Fuchs (12/4), Annika Distel (2), Lenya Treusch (5), Vivien Natalello.
Bericht: Frank MoserFotos: Heiko Potthoff | starkebilder.de