Die Herren 2 des VfL Waiblingen mussten sich am Samstagabend in einem hart umkämpften Landesligaspiel der Hbi Weilimdorf/Feuerbach denkbar knapp mit 26:27 (14:14) geschlagen geben. Dabei hatten die Tigers den Auswärtssieg bis kurz vor Schluss selbst in der Hand. Nach sechs absolvierten Spielen steht Waiblingen damit bei 6:6 Punkten und weiterhin im Mittelfeld der Landesliga.
Der Start in die Partie verlief aus Waiblinger Sicht zunächst alles andere als optimal. Vor allem das Rückzugsverhalten bereitete Probleme, sodass Weilimdorf/Feuerbach immer wieder zu einfachen Möglichkeiten kam. Dass sich die Gastgeber in dieser Phase nicht deutlicher absetzen konnten, lag insbesondere an Jens Wolf, der mit zahlreichen Paraden in den ersten zehn Minuten einen erneuten Fehlstart seiner Mannschaft verhinderte.
Nach einer Viertelstunde lag Waiblingen mit 4:7 zurück, fand anschließend aber zunehmend besser in die Begegnung. Die Tigers stabilisierten sich und kämpften sich Tor um Tor heran. Besonders erfreulich: Die technischen Fehler, die in den vergangenen Wochen immer wieder ein Problem dargestellt hatten, konnten deutlich reduziert werden. Mit einem starken Schlussspurt in der ersten Hälfte gelang schließlich der verdiente 14:14-Ausgleich zur Pause.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie vollkommen offen. Waiblingen schaffte es mehrfach, Druck auf die Gastgeber auszuüben und sich zwischenzeitlich Vorteile zu erarbeiten. Mit insgesamt 17 Treffern war der Waiblinger Rückraum auf dem Papier durchaus erfolgreich. Allerdings wurden für diese Ausbeute auch viele Abschlüsse benötigt. Gerade in einer Begegnung, die am Ende durch ein einziges Tor entschieden wird, machte die Chancenverwertung einen entscheidenden Unterschied. Auch drei Versuche auf das verwaiste gegnerische Tor blieben ohne Ertrag.
Erschwerend kam die ohnehin angespannte Personalsituation hinzu. In der zweiten Halbzeit verletzte sich mit Aaron Burkert ein weiterer Waiblinger Spieler, wodurch das Trainerteam erneut improvisieren musste. Marcel Engels, eigentlich auf Linksaußen zu Hause, übernahm daraufhin die ungewohnte Position in der Mitte. Die personelle Lage war inzwischen sogar so angespannt, dass der Waiblinger Trainer selbst sein Comeback auf dem Spielfeld geben musste und dabei einen Treffer zum Waiblinger Ergebnis beisteuerte.
Trotz aller Umstellungen brachten sich die Tigers in eine hervorragende Ausgangsposition für die Schlussphase. In der 57. Minute lag Waiblingen mit zwei Treffern vorne. Vieles deutete zu diesem Zeitpunkt auf einen hart erarbeiteten, vielleicht sogar etwas „dreckigen“ Auswärtssieg hin.
Doch genau in den entscheidenden letzten Minuten fehlten den Tigers die notwendige Ruhe und Cleverness, um die Partie selbst zu entscheiden. Weilimdorf/Feuerbach nutzte die sich bietenden Möglichkeiten konsequenter und drehte die Begegnung noch zum 27:26.
So bleibt am Ende eine besonders ärgerliche Niederlage. Unabhängig von der angespannten personellen Situation war an diesem Abend mehr möglich. Mit etwas mehr Konsequenz im Abschluss und der nötigen Abgeklärtheit in der Schlussphase hätten die Tigers dieses Spiel für sich entscheiden können.
Positiv bleibt neben der kämpferischen Leistung vor allem die deutlich verbesserte Fehlerquote. Die technischen Fehler der Vorwochen wurden weitgehend abgestellt. Gleichzeitig zeigt die Partie aber auch, wo der nächste Entwicklungsschritt liegen muss: enge Spiele mit mehr Ruhe, Effizienz und Cleverness über die Ziellinie zu bringen.VfL Waiblingen Handball: Mark Leinhos (10), Sven Beisser (6), Nils Dedner (4), Felix Strotbek (3), Flaviu-Daniel Onofras (1), Philipp Rauscher (1), David Volmer (1), Aaron Burkert, Marvin Bölstler, Marcel Engels, Tobias Grüninger, Joel Mekonnen, Jens Wolf Offizielle: Felix HintennachBericht: Leinhos