Spiel verloren

TIGER Girls verpassen leider den Überraschungscoup gegen Berlin!

Sarah Thomsen hält überragend, aber der VfL scheitert an der Chancenverwertung

2. Alsco Handball Bundesliga Frauen: VfL Waiblingen – Füchse Berlin 22:25

Die TIGER Girls verpassten in der 2. Alsco HBF nur knapp einen Überraschungserfolg gegen den Aufstiegsaspiranten Füchse Berlin. Trotz der überragenden VfL-Keeperin Sarah Thomsen und einer zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung, mussten sich die TIGERS den Gästen mit 22:25 (12:11) geschlagen geben. Der VfL ließ gegen eine ebenfalls glänzend aufgelegte Berliner Torhüterin Danique Trooster zu viele Chancen ungenutzt. Der TIGERS-Trainer Michael Stettner fand in den 27 Fehlversuchen sowie einigen unnötigen Ballverlusten schnell den Grund für die Niederlage. „Es ist einfach schade für das Team, denn so nah waren wir gegen Berlin noch nie an einem Punktgewinn dran“, so Michael. Die Gäste hätten sich über ein Remis wohl nicht beschwert, nahmen aber aufgrund ihrer Cleverness auch nicht ganz unverdient beide Punkte aus der Waiblinger Rundsporthalle mit.

Es dauerte einige Minuten, bis sich der TIGERS-Angriff auf die offensive 5:1-Abwehrformation von Berlin eingestellt hatte. Doch nach dem 1:2-Rückstand hatte der VfL die Gäste im Griff und zog mit einem 5:0-Lauf auf 6:2 davon. Schon früh zeigte sich, dass die TIGERS-Torhüterin Sarah Thomsen zum großen Rückhalt ihres Teams an diesem Abend werden sollte. Die Dänin zeigte eine bärenstarke Leistung und kam am Ende auf 16 Paraden. Nach der frühen Auszeit der Füchse-Trainerin Susann Müller und der Einwechslung von Naomi Conze in den halblinken Rückraum, rückten die Gäste in der 14. Minute auf 7:6 heran. Doch der VfL fand wieder zurück ins Spiel und stellte nach 23 Minuten den Vier-Tore-Abstand wieder her (11:7). Die anschließend vergebene Siebenmeterchance zur Fünf-Tore-Führung schien den TIGERS jedoch einen Knacks zu geben. Immer häufiger scheiterten die VfL-Angreiferinnen nun an der Gästetorhüterin Danique Trooster, zudem schlichen sich einige einfache Ballverluste ein. Dank der Paraden von Sarah rettete der VfL noch einen knappen Vorsprung in die Halbzeit (12:11).

Auch der zweite Durchgang sollte recht torarm bleiben. Das lag zum einen an den beiden Keeperinnen, an denen sich die Werferinnen immer wieder die Zähne ausbissen. Zum anderen packten beiderseits die Defensivreihen weiterhin ordentlich zu. Aus Sicht der TIGERS wurden die Fouls vom Schiedsrichtergespann Foerster/Mayer aber etwas ungleich geahndet. Während Berlin neun Strafwürfe zugesprochen bekam, waren es für den VfL nur zwei. Dennoch hätten die TIGERS etwas Zählbares erreichen können. Denn der VfL drehte mit viel Kampfgeist den 15:16-Rückstand in die 18:16-Führung in der 42. Minute. Und auch nach dem neuerlichen Rückstand vier Minuten später (19:20) hielt Sarah Thomsen weiterhin sensationell und dadurch die TIGERS im Spiel. Allein: der VfL konnte die Top-Leistung ihrer Torhüterin vorne nicht nutzen. Dafür ließen die TIGERS vor allem von den beiden Außenpositionen, aber auch aus dem Rückraum und vom Kreis, einfach zu viele Chancen ungenutzt. Die beste Waiblinger Torschützin Celia Heinzer (8 Treffer) konnte es nicht alleine im TIGERS-Rückraum richten, hier fehlte etwas die Unterstützung und Entlastung durch ihre Mitspielerinnen. Die Berliner Abwehr machte aber auch die Mitte gut dicht.

Auf der Gegenseite waren die Füchse-Angreiferinnen einen Tick spritziger und vor allem durch ihre Außenspielerinnen Anaïs Gouveia und Alissa Werle, die zudem noch drei Strafwürfe verwandelte, treffsicherer. In der Schlussphase ging der TIGERS-Trainer Michael Stettner mit dem 7:6-Überzahlspiel „all in“. Die Chancenverwertung blieb jedoch zu ungenügend, und Berlin machte mit dem Treffer von Werle zum 20:23 viereinhalb Minuten vor dem Ende den Deckel drauf.

„Es ist einfach schade, dass sich die Mädels für ihren Einsatz nicht belohnt haben“, so Michael Stettner nach der Partie. „Aber wir werden aus diesem Spiel lernen und wollen nach der Pause in Rostock wieder einen Sieg einfahren.“ Die TIGERS treten am 10. Oktober beim bislang noch punktlosen Tabellenletzten an der Ostsee an.

VfL Waiblingen: Sarah Nørregaard Thomsen, Laura Hoke; Romy Allgaier, Paula Hofer, Belen Gettwart (1), Isabel Kattner (3), Samira Brand (2), Kimberly Gisa (2), Hannah Hönig (4/1), Cosima Würdinger, Celia Heinzer (8), Laura Nagy, Alexandra Vrabie (2), Lara Eckhardt.

Füchse Berlin: Danique Trooster, Thara Sieg; Anaïs Gouveia (4), Michelle Stefes (1), Alissa Werle (8/3), Angela Cappellaro (1), Jonna Schaube (1), Naomi Conze (4), Moana Thielemann, Nomi In der Brakt (1), Anoul Nieuwenweg (1), Leoni Baßiner (4).

Bericht: Frank Moser
Fotos: Heiko Potthoff / www.starkebilder.net

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