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Rote Karten Flut in den Schlussminuten dreht das Spiel

Der Frust saß tief nach dem Abpfiff bei den Waiblinger Tigers. Sage und schreibe 4 Rote Karten in den letzten 10 Spielminuten machte es der HC Neuenbürg sehr einfach, ein Spiel zu drehen, in welchem sie schon klar auf der Verliererseite gestanden hatten. Vor allem die komplett einseitige Verteilung der Strafzeiten (10:2) und 7-Meter (1:6), sowie das scheinbare nicht Vorhandensein der Regeln Stürmerfoul und Schrittfehler brachte viele VfLer zur Weißglut. Zur Wahrheit gehört jedoch auch die Tatsache, dass der VfL durch das Verwerfen klarster Torchancen und einiger haarsträubender Fehlabspiele, den HC völlig selbstverschuldet ins Spiel zurückgeholt hatte.

Die Anfangsphase stand ganz im Zeichen von Niklas Leukert. Immer wieder schön freigespielt erzielte Leukert die ersten 3 Waiblinger Treffer und hatte beim 12:9 bereits deren 7 auf seinem Konto. Da auch Lukas Ader nicht nur als Spielmacher überzeugte sondern mit 6 eigenen Treffern extrem torgefährlich war und auch Martin Lübke einmal mehr auf der halbrechten Rückraumposition glänzte, konnten die Tigers das Spielgeschehen immer mehr an sich reißen. Ein erster Ausfall von Abwehrkante Alexej Prasolov-Beer nach einem Cut über dem rechten Auge wurde von Hannes Schönemann und David Schröder im Mittelblock sehr ordentlich kompensiert. Die 18:15 Halbzeitführung war der verdiente Lohn einer guten ersten Spielhälfte.

Geradezu perfekt verlief der Start in Halbzeit zwei. 5 Tore in 5 Minuten bei nur einem Gegentreffer schraubte die Führung auf 23:16. Äußerst sehenswert dabei die beiden Kempa-Treffer von Leukert. Eine Strafzeit gegen Hannes Schönemann nutze der Gast konsequent zu drei Treffern und kam damit wieder etwas näher heran. Weitere Waiblinger Treffer vor allem von Ader und Lübke hielten den Gegner einigermaßen auf Distanz. Doch spätestens nach dem 31:28 rächte sich das Auslassen von klarsten Möglichkeiten der Gastgeber. Zudem musste Prasolov-Beer nach einem zweiten Kopftreffer endgültig die Segel streichen. Nach der roten Karte gegen Lars Berlich konnte Neuenbürg zum 31:31 ausgleichen. Holger Mayer und Lübke gelangen noch zweimal die Waiblinger Führung. Spätestens die beiden nächsten Roten Karten gegen Schröder und Schönemann brachten die endgültige Entscheidung. Nach der 2-Minuten Strafe gegen Trainer Tim Baumgart, der eine Minute später die vierte und letzte Rote Karte folgte, agierte der VfL teilweise in 3-facher Unterzahl und die Gäste zogen zum 34:38 Endstand davon.

Am Ende standen die Tigers trotz einer über weiten Strecke sehr dominanten Spielweise mit leeren Händen da. Am kommenden Samstag geht es nun zum Derby nach Weinstadt. 

VfL Waiblingen: Stasch, Dotzauer; Mayer 1, Berlich, Schröder 1, Ader 6, Schönemann 2, Leukert 10, Haase 1, Lübke 9, Schmid 1, Prasalov-Beer 2, Maurer 1.

Von Frank Ader