2. Alsco Handball Bundesliga Frauen: ESV Regensburg – VfL Waiblingen 29:27 / Zwei Rote Karten gegen die TIGERS
Nach fünf Spielen ohne Niederlage mussten sich die TIGERS in der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen beim ESV Regensburg knapp mit 27:29 Toren (11:14) geschlagen geben. In der von vielen Zeitstrafen und zwei Roten Karten gegen den VfL geprägten Partie, bewiesen die TIGERS nach einer schwachen und zerfahrenen ersten Halbzeit großen Kampfgeist. Der VfL holte einen zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstand auf, stand er am Ende dennoch mit leeren Händen da. In der letzten Angriffsaktion ließen die TIGERS durch einen technischen Fehler den möglichen Ausgleichstreffer liegen.
Schon die Vorzeichen waren für die TIGERS nicht besonders gut. Neben Belen Gettwart fehlte dem VfL in Regensburg auch Lena Klingler aufgrund einer Muskelverletzung. Die Gäste fanden auch nur schwer in die Partie. Isabel Kattner erhielt früh die erste Zeitstrafe und Maxime Luber vergab vom Siebenmeterstrich. Erst nach sechseinhalb Minuten erzielte die erneut sichere Strafwurfschützin Amélie Herzog mit einem frechen Heber den ersten Waiblinger Treffer. Es war eine hektische und von vielen Unterbrechungen gekennzeichnete erste Halbzeit, in der die TIGERS nach vierzehn Minuten den nächsten Rückschlag erlitten: Isabel Kattner kassierte vom Schiedsrichtergespann Hörath/Hofmann die zweite Zwei-Minuten-Strafe – und die dritte und damit Rot gleich hinterher: Isabel monierte offensichtlich zum Missfallen der Unparteiischen, dass nicht sie das geahndete Foul begangen hatte, sondern eine Mitspielerin. Phasenweise stand der VfL aufgrund der Zeitstrafen mit nur noch mit drei Feldspielerinnen in der Abwehr. Regensburg nutze das nahezu permanente Überzahlspiel zur 9:4-Führung nach 20 Minuten. Der TIGERS-Trainer Michael Stettner nahm daraufhin bereits die zweite Auszeit. In der wilden Schlussphase fielen in den letzten 90 Sekunden noch vier Tore. Mit dem 11:14-Pausenstand war der VfL aber wieder einigermaßen in Schlagdistanz.
Im zweiten Durchgang zeigten die TIGERS eine deutlich verbesserte Angriffsleistung und ließen sich auch durch weitere Zeitstrafen nicht aus der Bahn werfen. Mit deutlich mehr Druck auf die Schnittstellen der Regensburger Abwehr traf der VfL auch in Unterzahl, am Ende insgesamt fünf Mal. Der ESV behauptete die Drei-Tore-Führung noch bis zum 18:15 (38. Minute), dann waren die TIGERS aber endgültig im Spiel. Maren Keil glich dreieinhalb Minuten später aus (18:18). Die Schlussviertelstunde war Spannung pur, auch wenn Regensburg neun Minuten vor dem Ende nochmals leicht davonzog (25:22). Der VfL kämpfte sich erneut heran und glich beim 27:27 durch Cosima Würdinger abermals aus, obwohl zuvor Isabel Toth die zweite Rote Karte des Spiels gezeigt bekam. Ein Happy End sollte es für die TIGERS trotz der starken Leistung im zweiten Durchgang nicht geben. Der ESV nutzte eine weitere Überzahlsituation zum 28:27-Führungstreffers, im Gegenzug ließ der VfL durch einen technischen Fehler die Chance auf einen Punktgewinn liegen. Der Gastgeber spielte die letzten Sekunden inklusive einer Auszeit clever aus und traf noch per Siebenmeter zum 29:27-Endstand. Der VfL lag zwar zu keinem Zeitpunkt der Partie selbst in Führung, hätte sich aber für seinen kämpferischen Einsatz durchaus einen Punkt verdient gehabt.
ESV 1927 Regensburg: Joelle Arno, Ella Jäschke, Theresa Lettl, Franziska Peter (4), Sara Mustafic (2), Annalena Kessler (7), Caroline Hartl, Maxi Fuhrmann (2), Julika Birnkammer (7), Lucia Kollmer (1), Lisa Opitz, Diana Feles, Sophia Peter, Milena Stürenberg, Melina Hahn (4/2), Sophia Ewald (2).
VfL Waiblingen: Sarah Nørregaard Thomsen, Laura Hoke; Romy Allgaier, Isabel Toth (3), Isabel Kattner, Samira Brand (1), Kimberly Gisa (5), Cosima Würdinger (1), Maxime Luber (1), Amélie Herzog (6/6), Laura Nagy (5), Maren Keil (4), Lara Eckhardt (1).
Bericht: Frank Moser