Spiel unentschieden

Irre Schlussphase in Waiblingen: TIGER Girls retten gegen Leverkusen noch einen Punkt!

2. Alsco Handball Bundesliga Frauen: VfL Waiblingen – Bayer 04 Leverkusen 30:30 / 21 Strafwürfe in der Rundsporthalle

Ein ziemlich verrücktes Handballspiel mit nicht weniger als 21 Strafwurfentscheidungen erlebten die Zuschauer in der Waiblinger Rundsporthalle zum Rückrundenauftakt in der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen zwischen den TIGERS und dem TSV Bayer 04 Leverkusen. Die Gäste führten über die ganze Partie hinweg und hatten weniger als sieben Minuten vor dem Ende beim Stand von 30:26 alle Trümpfe in der Hand. Doch die TIGERS, die in der Defensive nicht ihren besten Tag hatten, kämpften und belohnte sich für ihren Einsatz drei Sekunden vor dem Schlusspfiff doch noch mit dem Ausgleichstreffer zum 30:30-Endstand (14:18). Maxime Luber traf per Strafwurf, nachdem zuvor bereits Amélie Herzog zwölf ihrer 13 Versuche vom Siebenmeterstrich verwandelt hatte.

Der VfL fand sehr schwer in die Begegnung, ließ gleich den ersten Strafwurf ungenutzt und traf erst nach über sechs Minuten zum 1:2-Anschluss. Die Leverkusener Trainerin Sybille Gruner hatte ihr Team sehr gut eingestellt gegen eine allerdings auch ungewohnt instabile TIGERS-Defensive, die große Lücken offenbarte. Vor allem Denise Mol von der halbrechten Position, Britta van der Baan von Rechtsaußen und Annika Ingenpaß am Kreis wussten dies auszunutzen und warfen die Elfen im ersten Durchgang mit bis zu fünf Toren in Führung (11:16). Beim VfL lief es im Rückraum nicht rund. „Da sind wir zu wenig in die Tiefe gegangen“, analysierte der TIGERS-Trainer Michael Stettner später. Dafür schaffte es der VfL immer wieder durch Anspiele auf die Kreisläuferinnen Isabel Kattner und Kimberly Gisa Strafwürfe für den VfL herauszuholen. Hier bewies Amélie Herzog Übersicht und Nervenstärke: Die Französin verwandelte alle neun Siebenmeter im ersten Durchgang sicher. Da jedoch die TIGERS-Abwehr weiterhin kaum Zugriff auf die Offensive von Bayer bekam, führte Leverkusen zur Pause verdient mit 14:18.

Auch im zweiten Durchgang rannten die TIGERS permanent dem Rückstand hinterher. Hoffnungen auf eine erfolgreiche Aufholjagd erstickte Leverkusen schnell wieder mit schnellen und aus Waiblinger Sicht zu einfachen Gegentoren. Die Gäste verschleppten mehr und mehr das Tempo. Die Unparteiischen Fabian Förster und Felix Mayer zogen durch eine Vielzahl von fragwürdigen Entscheidungen und ausgebliebenen Pfiffen den Unmut beider Teams und der Zuschauer in der Rundsporthalle auf sich. Als der VfL weniger als sieben Minuten vor dem Ende noch immer einem Vier-Tore-Rückstand (26:30) hinterherlief, schien die Begegnung entschieden.

Doch es folgte noch eine irre Schlussphase. Leverkusen wurde nervös und versuchte irgendwie, den Vorsprung über die Zeit zu retten. Endgültig wild wurde es in der Schlussminute. Erst ließen die TIGERS-Kapitänin Samira Brand mit einem Pfostenknaller sowie Maren Keil von Rechtsaußen zwei Mal die Chance auf den Anschlusstreffer zum 29:30 liegen, dazwischen kassierte der VfL-Trainer Michael Stettner eine erneut fragwürdige Zeitstrafe. Doch Leverkusen wurde immer nervöser und verlor die Bälle wieder an die TIGERS. 28 Sekunden vor dem Schlusspfiff gelang Maxime Luber das 29:30. Die Waiblinger Linksaußenspielerin war es schließlich, die diesem verrückten Handballspiel noch die Krone aufsetzte: Maxime traf drei Sekunden vor dem Ende nervenstark per Siebenmeter noch zum 30:30-Ausgleich, der sich für die TIGERS wie ein Sieg anfühlte.

„Wir haben heute in der Abwehr nicht das gezeigt, wie wir uns das vorstellen und auch schon in anderen Spielen umsetzen konnten. Dafür freut es mich, dass die Mannschaft bis zum Ende gekämpft und sich doch noch mit einem Punkt dafür belohnt hat“, so TIGERS-Coach Michael. „In den nun vier sehr schweren Spielen im Februar müssen wir uns aber wieder deutlich steigern.“

VfL Waiblingen: Sarah Nørregaard Thomsen, Laura Hoke; Romy Allgaier, Isabel Toth, Paula Hofer, Isabel Kattner (1), Lena Klingler (3), Samira Brand (2), Kimberly Gisa (1), Cosima Würdinger, Maxime Luber (5/2), Amélie Herzog (14/12), Laura Nagy (3), Maren Keil (1).

TSV Bayer 04 Leverkusen: Jana Theobald, Merle Muth, Nela Zuzic; Annika Ingenpaß (4), Dana Gruner (6/5), Astrid Richartz, Jessy-Marlonne Souza (3), Sophia Cormann (3), Mia Cruzado, Henriette Clauberg,, Leah Kreiselmann, Denise Mol (9), Britt van der Baan (5), Luise Gruber.

Bericht: Frank Moser
Bilder: Heiko Potthoff | starkebilder.de