Handball, DHB-Pokal, Frauen: HSV Solingen-Gräfrath – VfL Waiblingen 32:25
Was anfangs vom Gegner im Vorfeld teilweise als taktisches Understatement interpretiert wurde, entsprach in Wirklichkeit exakt der Zustandsbeschreibung des TIGERS-Chefcoaches Michael Stettner zum Erstrundenspiel um den DHB-Pokal der TIGER Girls beim HSV Solingen-Gräfrath: Wie erwartet, hakt es primär noch am Zusammenspiel im Rückraum, der in der Vorbereitungsphase kaum Gelegenheit hatte, sich einzuspielen. Somit kam die 25:32-Niederlage (12:18) und das Pokal-Aus der TIGERS beim Zweitligakonkurrenten HSV Solingen-Gräfrath auch nicht überraschend. Acht Tage vor dem Auftaktspiel in der 2. Handball-Bundesliga beim Aufsteiger SV Todesfelde bleibt für den VfL-Cheftrainer noch gezielte Arbeit an definierten Stellschrauben für einen erfolgreichen Ligastart.
Es war eine durchaus ansprechende und tempogeladene Anfangsphase beider Teams zum Saisonauftakt, in der auch die beiden Torhüterinnen Liv-Stine Eckardt (Solingen-Gräfrath) und Sarah Nørregaard Thomsen (TIGERS) sofort im Spiel waren und durch zahlreiche Paraden überzeugten. Bis zum 4:3 für den Gastgeber hielt der VfL den Spielstand eng. Doch in der Folgezeit mehrten sich vor allem im Rückraum die technischen Fehler. Es machte sich deutlich bemerkbar, dass durch die aus mehreren Gründen bedingten Abwesenheiten mehrerer Spielerinnen in der Vorbereitungsphase der Rückraum noch wenig eingespielt ist und es den Angriffen an Tiefe fehlte. Dafür klappte das Abräumen auf die beiden Außenspielerinnen Hannah Hönig und Maren Keil und auch der direkte Tempogegenstoß in der ersten Halbzeit schon sehr ordentlich. Dennoch zog der HSV auf 7:3 davon – die Gastgeberinnen waren bei der Chancenverwertung schlicht und einfach effizienter. Sarah Thomsen hielt durch weitere Paraden ihr Team im Spiel, die TIGERS verkürzten auch nochmals auf zwei Tore Differenz (7:9). Doch gegen die bereits in hervorragender Verfassung aufspielenden Top-Torschützinnen des HSV Debora Spatz, Merit Müller, Patricia Nikolic und Vanessa Brandt leistete sich der VfL zu viele einfache Ballverluste. Der HSV zog auf 18:11 davon, ehe Paula Hofer mit dem Pausenpfiff noch leicht verkürzte.
Nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit zeigte die nun etwas offensiver ausgerichtete TIGERS-Abwehr zunächst die gewünschte Wirkung. Doch im Waiblinger Angriff mangelte es weiter am noch zu verbessernden Zusammenspiel und damit auch an der Durchschlagskraft. Weitere technische Fehler luden Solingen-Gräfrath immer wieder zum Konterspiel ein. Der HSV zog bis zur 43. Minute auf 27:16 davon. Erfreulich aus Sicht der TIGERS blieb neben den durchaus positiven Ansätzen im Spiel auch der Einsatzwillen des Teams bis zum Schlusspfiff. Das wurde dann auch mit dem 32:25-Endstand für den HSV belohnt, der die Höhe der Niederlage für den VfL in Grenzen hielt.
Für den TIGERS-Trainer Michael Stettner gilt auch nach diesem Spiel weiterhin genau das, was er schon vorher zum aktuellen Leistungsstand seines Teams analysierte. Der VfL-Coach wird in der verbleibenden Trainingswoche vor dem Spiel in Bad Schwartau beim SV Todesfelde, zu dem die TIGERS schon am Freitag aufbrechen werden, genau an den Themen und Abläufen arbeiten, die erwartungsgemäß in Solingen noch nicht so gut liefen.
HSV Solingen-Gräfrath: Julia Weidmann, Louisa Steffen, Liv-Stine Eckardt; Frida Heimann (1), Patricia Nikolić (4), Emma Schwitzer (2), Dana Uhtes, Sophie Pickrodt, Maira Völker (1), Merit Müller (5), Nele Spengler (7/3), Jennifer Souza, Deborah Spatz (7), Vanessa Brandt (5).
VfL Waiblingen: Sarah Nørregaard Thomsen, Laura Hoke; Romy Allgaier (1), Paula Hofer (2), Isabel Kattner (3), Samira Brand (2), Kimberly Gisa (1), Hannah Hönig (8/6), Cosima Würdinger, Celia Heinzer (3), Laura Nagy (2), Alexandra Vrabie, Maren Keil (2), Lara Eckhardt (1).
Bericht: Frank Moser