Spiel verloren

Fehler- und Pfostentreffer-Festival in Solingen: TIGERS verlieren ihr letztes Saisonspiel

2. Alsco Handball Bundesliga Frauen: HSV Solingen-Gräfrath – VfL Waiblingen 28:22 / Rang 10 für den VfL in der Abschlusstabelle

Zum Abschluss der Saison 2025/2026 mussten die TIGERS beim HSV Solingen-Gräfrath eine 22:28-Niderlage (10:16) hinnehmen. Damit landete der VfL wie im Vorjahr auf Platz 10 in der Abschlusstabelle, allerdings mit einer um vier Zähler besseren Punktebilanz (26:34) als in der Saison 2024/2025. In der stickig-heißen Luft der Klingenhalle in Solingen waren insbesondere die TIGERS, die mit vier Spielerinnen weniger als der Gegner antreten mussten, nach einer langen Saison am Ende froh über den Schlusspfiff.

Das Spiel des VfL beim Tabellenfünften war auf beiden Seiten von einer hohen Fehlwurfquote, vielen technischen Unsicherheiten und unzähligen Aluminiumtreffern gekennzeichnet. Die HSV-Abwehr stand extrem offensiv, gleich vier Spielerinnen rückten bis zur 12-Meter-Linie vor. Der VfL tat sich dagegen sehr schwer. Erst nach mehr als sechs Minuten trafen die TIGERS zum ersten Mal, der Gastgeber hatte bis dahin schon ein 3:0 vorgelegt. Die Waiblinger Abwehr war anfangs sehr anfällig und konnte die Zuspiele von Vanessa Brandt auf die Kreisläuferin Sophie Pickrodt nicht unterbinden. Bereits nach knapp zehn Minuten nahm daher der Waiblinger Trainer Michael Stettner beim Spielstand von 6:2 für den HSV die erste Auszeit. Die fruchtete zunächst auch: Mit der Einwechslung von Paula Hofer kam mehr Bewegung und Gefährlichkeit in den TIGERS-Angriff, nach vierzehn Minuten verkürzte Maren Keil auf 5:7 für den VfL. Doch das Spiel des VfL blieb zu fehlerhaft, um den Gastgeber stärker in Bedrängnis zu bringen. Der warf zwar auch einige Bälle am Waiblinger Tor vorbei, hatte jedoch in der Torhüterin Katja Grewe einen starken Rückhalt. Die HSV-Keeperin glänzte am Ende mit 17 Paraden. Die erste und auch einzige Zeitstrafe gegen den VfL nutzte der HSV mit zwei Treffern ins Empty Goal, weil die TIGERS im eigenen Angriff die Bälle leichtfertig verloren. Über die Spielstände von 11:7 und 13:8 setzte sich die Heimmannschaft bis zum Pausenpfiff zur 16:10-Führung ab.

Waiblingen startete auch in den zweiten Durchgang sehr zerfahren, mit gleich fünf technischen Fehlern oder vergebenen Torchancen in Serie. Der HSV zog auf 20:11 davon. Dieses Mal legte der TIGERS-Trainer Michael Stettner schon nach sechseinhalb Minuten die grüne Time-Out-Karte auf den Tisch. Auch in der restlichen Spielzeit blieb die Partie von unzähligen Fehlwürfen und Aluminiumtreffern auf beiden Seiten gekennzeichnet. Amélie Herzog glänzte in ihrem letzten Spiel im Waiblinger Trikot mit einer einhundertprozentigen Trefferquote vom Siebenmeterstrich und traf zu dem noch zwei Mal von der Rechtsaußenposition. Die zur TG Nürtingen wechselnde Maxime Luber spielte in der Schlussphase aufgrund des Waiblinger Personalmangels noch auf der Mitte-Rückraum-Position und steuerte von da aus sogar einen Treffer bei. Trotz der insgesamt hohen Fehlerquote durften sich die TIGERS dennoch ein Lob abholen. Denn nachdem zwischenzeitlich eine Niederlage mit zweistelliger Tordifferenz drohte, blieb das Endergebnis mit 22:28 in erträglichen Grenzen. Dazu trugen zum einen auch die in der zweiten Halbzeit eingesetzte VfL-Torhüterin Laura Hoke mit acht Paraden sowie die beste Waiblinger Torschützin Laura Nagy (6) bei, die vor allem in den Schlussminuten energisch in die Abwehrlücke stieß und erfolgreich abschloss.

Nun aber ist die durch die frühe Verletzung von Spielmacherin Bélen Gettwart sowie weiteren verletzungsbedingten Ausfällen geprägte Saison für die TIGERS endlich beendet und alle Beteiligten freuen sich darauf, durchschnaufen zu können.

Zweitliga-Meister und damit direkter Aufsteiger in die 1. Bundesliga ist der HC Leipzig. Mit nur einem Zähler weniger rangieren die TG Nürtingen und die Füchse Berlin punktgleich auf den Plätzen dahinter. In die Relegationsspiele um den Aufstieg gegen Halle-Neustadt gehen allerdings die drittplatzieren Spreefüxxe, da Nürtingen bekanntlich keine Lizenz für die 1. Bundesliga von der Handball Bundesliga Frauen (HBF) erhalten hat.

HSV Solingen-Gräfrath: Katja Grewe (1), Liv-Stine Eckardt; Frida Heimann (2), Laura Schatton (1), Patricia Nikolić (1), Sophie Pickrodt (4), Meira Völker (3), Mia Bomnüter (6), Luna Kulker, Merit Müller, Dzeneta Kujovic (1), Melina Fabisch, Nele Spengler (4/1), Debora Spatz (2), Hannah Gutzeit, Vanessa Brandt (3).

VfL Waiblingen: Sarah Nørregaard Thomsen, Laura Hoke; Romy Allgaier (1), Paula Hofer (4), Isabel Kattner (1), Samira Brand (2), Cosima Würdinger, Maxime Luber (2), Amélie Herzog (5/3), Laura Nagy (6), Maren Keil (1), Lara Eckhardt.

Bericht: Frank Moser

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