In der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen mussten sich die TIGERS zwei Tage nach der klaren Niederlage in Bremen auch im Rückspiel in eigener Halle dem SV Werder geschlagen geben. Bei der 26:30-Niederlage (13:13) ließen die Waiblingerinnen erneut zu viele hochkarätige Chancen ungenutzt. Immerhin kämpfte sich der VfL nach dem zwischenzeitlichen 21:28-Rückstand bis zum Schlusspfiff noch auf vier Tore heran und hielten das Endergebnis einigermaßen in Grenzen.
„Wir lassen einfach wieder viel zu viele klare Chancen liegen“, bemängelte nach der Partie der TIGERS-Trainer Michael Stettner, dass sein Team auch im Rückspiel gegen die Hanseatinnen keine Entwicklung zeigte. „Im Training hauen die Mädels die Bälle rein, aber im Spiel sind wir nicht konsequent genug und viel zu zögerlich.“ Auch das Torhüterinnenduell ging erneut an die Bremer Keeperin Yasim Friesen mit 13 Paraden. Dabei hatte es für die TIGERS gut angefangen. Die Abwehr stand solide, im Angriff spielte der VfL geduldig und nutzte in den ersten sieben Minuten seine Chancen. Doch nach dem 4:1-Zwischenstand schlichen sich mehr und mehr Fehler im Waiblinger Spiel ein, zudem sah sich die Heimmannschaft von mehreren Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt. Auf der anderen Seite schüttelten die Gäste die lange Anfahrt zunehmend aus ihren Trikots und stellten sich immer besser auf das insgesamt aber auch zu ausrechenbare Angriffsspiel des VfL ein. Zudem kam das gefürchtete schnelle Gegenstoßspiel der Bremerinnen ins Rollen. Die TIGERS wehrten sich tapfer. Vor allem die erneut starke Samira Brand mit ihren Torerfolgen und ihren Anspielen an den Kreis sowie die vom Siebenmeterpunkt erfolgreiche Amélie Herzog hielten den VfL im Spiel. Mit dem 13:13-Halbzeitstand durften die TIGERS- Anhänger noch auf einen Erfolg ihres Teams hoffen.
Doch ähnlich wie zwei Tage zuvor, hatte erneut Bremen den besseren Start in den zweiten Durchgang. Die treffsichere Linksaußen Farina Meyer und Mara Birk per Strafwurf erzielten beim 15:13 die erste Zwei-Tore-Führung für Bremen. Bis zum 17:19 aus Waiblinger Sicht blieb der VfL noch dran, scheiterte aber in der Folgezeit immer häufiger an der Gästetorhüterin oder verlor den Ball durch technische Fehler. Werder agierte zielstrebiger und konsequenter im Abschluss, zog Tor um Tor davon. Als Leni Ruwe sechs Minuten vor dem Schlusspfiff zum 28:21 für Bremen traf, sah es nach einer erneut dicken Packung für den VfL aus. Immerhin rappelten sich die TIGERS nochmals auf und rückten bis zum Ende auf 26:30 heran. Zahlenmäßig hielt sich damit die Niederlage in erträglichen Grenzen, was die Laune des Waiblinger Trainers aber nicht wesentlich besserte. „Wir stagnieren nun seit einigen Wochen bei der Verwertung unserer Torchancen“, wirkte Stettner fast schon etwas ratlos. Natürlich spielte gegen vollbesetzte Bremerinnen auch der aktuell ausgedünnte Kader des VfL wieder eine Rolle. Doch das allein erklärt nicht die erneut zu hohe Fehlwurfquote.
Am kommenden Samstag (Anpfiff 18:00 Uhr) hat der VfL nochmals die Chance, es im letzten Heimspiel der Saison gegen den Tabellenvorletzten SG 09 Kirchhof besser als gegen Bremen zu machen und sich mit einem Erfolgserlebnis von seinem Heimpublikum zu verabschieden. Eine Woche später geht es zum Saisonabschluss dann noch zum HSV Solingen-Gräfrath.
VfL Waiblingen: Sarah Nørregaard Thomsen, Laura Hoke; Romy Allgaier, Isabel Kattner, Samira Brand (5), Kimberly Gisa (4), Cosima Würdinger (1), Maxime Luber (4), Amélie Herzog (5/5), Laura Nagy (4), Maren Keil (2), Lara Eckhardt (1).
Werder Bremen: Wioleta Pajak, Yasmin Friesen; Farina Meyer (6), Leni Ruwe (2), Tessa Budelmann (2), Luca Schumacher (2), Malin Pods (3), Anna-Lena Bergmann (3), Lisa Munderloh, Emma Ruwe (2/2), Lara Niemann (2), Benita Zemke, Luise Albert (5), Mara Birk (3/2).
Bericht: Frank Moser