2. Alsco Handball Bundesliga Frauen: VfL Waiblingen – HSG Freiburg 29:29 / Der VfL bringt die 28:24-Führung nicht ins Ziel
Unnötiger Punktverlust für unsere TIGERS in der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen: Im württembergisch-badischen Derby gegen die HSG Freiburg führte der VfL in der Waiblinger Rundsporthalle viereinhalb Minuten vor dem Ende mit 28:24. Doch die TIGERS verspielten mit unnötigen Ballverlusten und Fehlwürfen noch den zuvor hart erkämpften Vorteil. Die nie aufgebenden Red Sparrows aus Freiburg holten in den Schlusssekunden einen Strafwurf heraus, den Lucy Klingler für die HSG zum 29:29-Ausgleichstreffer (15:14) verwandelte.
Es war das erwartete Spiel auf Augenhöhe der in der Tabelle nur drei Punkte voneinander getrennten Teams. In der ersten Halbzeit sollte denn auch keine der beiden Mannschaften mit mehr als zwei Toren Vorsprung in Führung liegen. Beide Offensivreihen benötigten eine längere Anlaufzeit: Nach sechseinhalb Minuten stand es gerade mal 2:2. Erst danach kam Schwung in die Partie, die aber neben überlegt herausgespielten Treffern auf beiden Seiten auch immer wieder von einfachen Ballverlusten gekennzeichnet war. Im Waiblinger Rückraum strahlten Laura Nagy und Paula Hofer die größte Torgefahr aus, und auch das Anspiel auf die Kreisläuferinnen Isabel Kattner und Kimberly Gisa führte zu mehreren Torerfolgen. Doch die körperlich unterlegenen Breisgauerinnen hielten mit hohem Einsatz in der Abwehr und viel Laufbereitschaft in der Offensive erfolgreich dagegen. Immer, wenn es den Anschein hatte, eines der Teams könnte sich deutlicher absetzen, nutzte das andere die auf beiden Seiten recht hohe Fehlerquote wieder aus. Die Zwischenstände von 6:7, 10:8 und 11:12 spiegelten das Wechselbad wider. Drei Sekunden vor dem Pausenpfiff traf Laura Nagy noch zur knappen Halbzeitführung der TIGERS (15:14).
Der zweite Durchgang nahm lange Zeit einen anderen Verlauf. Die TIGERS kehrten mit deutlich mehr Schwung aufs Parkett zurück, machten in der Abwehr die Räume enger und hatten im Angriff mit Maxime Luber einmal mehr die herausragende Werferin in ihren Reihen. Sieben Treffer steuerte die Linksaußenspielerin aus dem Feld bei, zudem ging sie aus allen fünf Strafwurfduellen als Siegerin hervor. Der VfL hatte endgültig alle Trümpfe in der Hand, als die TIGERS- Keeperin Sarah Thomsen gleich drei Freiburger Strafwürfe parierte. Sechseinhalb Minuten nach dem Wiederbeginn führte das Team von VfL-Trainer Michael Stettner mit 20:16, elf Minuten später netzte Maxime Luber zum 24:19 ein. Danach ließen die TIGERS zwar weitere Chancen ungenutzt. Doch als der Gastgeber viereinhalb Minuten vor dem Ende noch immer vier Tore Vorsprung hatte (28:24), schien die Freiburger Serie von sechs Siegen in Folge zu reißen. Das Team von HSG-Chefcoach Simon Rittemann schlug jedoch zurück. Im VfL-Angriff ging unerklärlicherweise der Spielfluss verloren, mit der Folge unnötiger Ballverluste und fehlender Konsequenz im Abschluss. Die Gäste aus dem Breisgau hingegen bewiesen Kampfstärke und Einsatzbereitschaft, glichen in der hochspannenden Schlussphase eine Minute vor dem Abpfiff aus (28:28). Lena Klingler brachte die TIGERS nochmals in Führung, doch Sekunden vor dem Ende holte Freiburg noch einen Strafwurf heraus, den Lucy Klingler für die Spatzen nervenstark zum 29:29-Ausgleich verwandelte. Das Remis wurde von den Gästen wie ein Auswärtssieg gefeiert. Der VfL hingegen muss sich nach dem unnötigen Punktverlust an die eigene Nase fassen und analysieren, warum er einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gab.
VfL Waiblingen: Sarah Nørregaard Thomsen, Laura Hoke; Romy Allgaier, Paula Hofer (3) Isabel Kattner (4), Lena Klingler (3), Samira Brand (1), Kimberly Gisa (2), Maxime Luber (12/5), Amélie Herzog, Laura Nagy (4), Maren Keil, Lara Eckhardt.
HSG Freiburg: Salomé Kuß, Leonie Kuntz; Hannah Person (2), Nele Emmenecker (2), Lena Ollesch, Mira Faßbinder (1), Saskia Probst (7/3), Julia von Kampen (3), Marit Walz, Laura Stiehler (1), Lucy Klingler (3/3), Nelli Hautz (5), Johanna Brennauer (3), Regina Veith (2).
Bericht: Frank Moser