2. Alsco Handball Bundesliga Frauen: HC Leipzig – VfL Waiblingen 38:25 / Samira Brand mit überragender Spielübersicht
Eine Woche nach der 23:36-Niederlage in Rödertal mussten sich die TIGER Girls in der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen auch beim Tabellenführer HC Leipzig mit 13 Toren Unterschied geschlagen geben. Was das Endergebnis (38;25) auf den ersten Blick nicht vermuten lässt, ist die dennoch durchaus ansprechende Leistung der TIGERS, die sie in mehreren Phasen der Partie auf das Parkett legten. Doch eine ausgedehnte Schwächephase vor der Halbzeit, in der Leipzig innerhalb von 12 Minuten vom 10:9 zum 18:10-Pausenstand davonzog, machte den Unterschied. Der VfL kam nach dem Seitenwechsel nochmals zurück und verkürzte den zwischenzeitlichen Zehn-Tore-Rückstand auf 30:24. Doch nach der zweiten Roten Karte gegen die ohnehin personell geschwächten TIGERS, legte Leipzig zum Ende noch einen 8:0-Tore-Lauf hin, bevor die auf der Rückraumitte der Waiblingerinnen überragende Spielgestalterin Samira Brand den letzten Treffer der Partie erzielte.
Der VfL trat die lange Auswärtsfahrt nach Leipzig nur mit elf Feldspielerinnen an. Neben Lena Klingler und Belen Gettwart, konnten auch Paula Hofer und Annika Walz nicht, wie letzte Woche noch in Rödertal, ihr Team unterstützen. Dennoch starteten die TIGERS gut in die Partie und ließen sich durch die frühe zweite Zeitstrafe gegen Isabel Kattner nach nur neun Minuten nicht aus der Ruhe bringen. Auch der neue Mittelblock aus Kimberly Gisa und Cosima Würdinger stand solide. Im TiGERS-Angriff führte Samira Brand hervorragend Regie, mit dem Blick und dem jeweiligen Pass an die freigespielten Flügelstürmerinnen oder auf die auch als Kreisläuferin starke Kim. Nach gut siebzehneinhalb Minuten lag der hochfavorisierte Tabellenführ nur knapp mit 10:9 in Führung. Dann kam jedoch der Bruch beim VfL. Dem Waiblinger Rückraum fehlte gegen die sich stabilisierende HCL-Abwehr die Durchschlagskraft, und für die eigene Defensive kam an diesem Nachmittag nicht so viel Unterstützung von den Torhüterinnen. Durch die zunehmende Anzahl technischer Fehler und Fehlwürfe traf der VfL bis zum Pausenpfiff nur noch ein Mal. Leipzig führte zur Halbzeit bereits mit 18:10, auch weil die Abwehr der TIGERS vor allem den starken Leipziger Rückraum mit Marlene Tucholke und Kim Lang nicht mehr in den Griff bekam.
Nach einer erneut ausgeglichenen Anfangsphase nach dem Wiederanpfiff, mussten die TIGERS wieder etwas abreißen lassen und lagen nach 42 Minuten erstmals mit zehn Toren zurück (28:18). Der Waiblinger Trainer Michael Stettner reagierte mit einer Auszeit und verordnete die enge Deckung gegen Marlene Tucholke. Diese Maßnahme zeigte Wirkung: Leipzig unterliefen mehrere technische Fehler, die der VfL mit variablem Angriffsspiel, drei Treffern ins Empty Goal und wieder besserer Wurfquote aus dem Spiel heraus zu nutzen wusste. Die TIGERS kamen auf 30:24 heran (48. Minute). Kurz zuvor hatte Isabel Kattner nach einem vergleichsweise harmlosen Foul die dritte Zeitstrafe und damit die rote Karte kassiert. Nur wenig später bekam auch noch Laura Nagy wegen einem unglücklichen, aber keinesfalls bösartigem Foul, direkt Rot gezeigt. Leider brachen dann doch noch die Dämme. Vorne lief beim VfL nichts mehr. Durch technische Fehler oder ausgelassene Torchancen luden die TIGERS den Gastgeber doch noch zum Torfestival ein. Mit einem 8:0-Tore-Lauf schraubte der HCL den Spielstand zum 38:24 hoch. Immerhin durften zwei TIGER-Girls die Schlussakkorde setzen: Samira Brand erzielte den letzten Treffer des Nachmittags, anschließend parierte mit der Schlusssirene die VfL-Keeperin Laura Hoke noch den Strafwurf von Jana Walther.
Sowohl der Leipziger Coach Erik Töpfer, als auch Waiblingens Co-Trainer Tobias Gärttner waren sich nach dem Spiel darüber einig, dass der Leipziger Sieg zwar verdient war, aber doch um einige Tore zu hoch ausfiel. Tatsächlich zeigten die TIGERS über mehr als die Hälfte der Begegnung eine durchaus ansprechende Leistung, die für die kommende und erneut wieder sehr schwere Aufgabe Mut machen sollte. Denn schon am Freitag (Anpfiff 20 Uhr) gastiert der Tabellenzweite TG Nürtingen zum schwäbischen Lokalderby in der Waiblinger Rundsporthalle. „Da haben wir dann Heimrecht und wollen Nürtingen so lange wie möglich ärgern“, blickt Tobias Gärttner schon jetzt mit Vorfreude auf diese Partie voraus.
HC Leipzig: Nele Kurzke, Janin Fleischer; Pauline Uhlmann (2), Lara Seidel (1), Jana Walther (8/6), Kim Lang (4), Emely Theilig (1), Alina Gaubatz (2), Laura Klocke (1), Hanna Ferber-Rahnhöfer (2), Sharleen Greschner, Lilly Glimm (2), Marlene Tucholke (7), Wiebke Meyer (4), Lisa Lammich (4).
VfL Waiblingen: Sarah Nørregaard Thomsen, Laura Hoke; Romy Allgaier (1), Isabel Toth (3), Isabel Kattner (2), Samira Brand (2), Kimberly Gisa (4), Cosima Würdinger (2), Maxime Luber (2), Amélie Herzog (5/2), Laura Nagy (2), Maren Keil (2), Lara Eckhardt.
Bericht: Frank Moser