2. Alsco Handball Bundesliga Frauen: SG 09 Kirchhof – VfL Waiblingen 23:31 / Samira Brand lenkt das Spiel hervorragend
Das war genau nach dem Geschmack des VfL-Trainers Michael Stettner und der TIGERS-Anhänger: Beim Tabellendrittletzten SG 09 Kirchhof zeigten die TIGER Girls über weite Strecken eine sehr konzentrierte Leistung und stellten vor allem in der Schlussviertelstunde wieder eine bärenstarke Abwehr. Ab der 46. Minute (Spielstand 22:21 für den VfL) ließen die TIGERS nur noch zwei weitere Gegentore zu und feierten am Ende einen sicheren 31:23-Auswärtssieg (15:12) in der Melsunger Stadtsporthalle. Im Waiblinger Angriff glänze Samira Brand als clevere Spielgestalterin und fünffache Torschützin.
Der VfL musste bereits in den ersten fünf Minuten zwei Zeitstrafen verkraften, die der Gastgeber zur 3:2-Führung nutzte. Da die verletzte Kimberly Gisa nur von der Bank aus zuschauen konnte, rückte dieses Mal Cosima Würdinger neben Isabel Kattner von Beginn an in den Waiblinger Abwehrmittelblock. Die Defensive stand jedoch insgesamt sehr stabil, hinzu kamen noch einige Paraden der TIGERS-Keeperin Sarah Nørregaard Thomsen. Von der Rückraum Mitte aus lenkte Samira Brand mit ihrer Übersicht und mit viel Zug zum Tor überragend des Angriffsspiel. Neben ihr glänzten aber auch Lena Klingler, Lara Eckardt und Isabel Toth mit ihrer Variabilität und hohen Trefferquoten. Zudem zog Isabel Kattner am Kreis mehrere Siebenmeter und Zeitstrafen zugunsten der TIGERS. Der VfL setzte sich bis zur. 14. Minute auf 9:5 Tore ab. Der Kirchhofer Trainer Christian Denk wechselte anschließend die kurzfristig neu verpflichtete Kreisläuferin Anna Rudolf ein. Mit ihr bekam die VfL-Abwehr mehr Probleme, die SG verkürzte auf 10:12. Die Schlussminuten im ersten Durchgang waren auf beiden Seiten sehr fahrig, mit einer Reihe technischer Fehlwürfe und ausgelassener Chancen. Doch insgesamt hatten die TIGERS die reifere Spielanlage und gingen mit einer verdienten 15:12-Führung in die Pause.
Die tat jedoch dem VfL nicht gut. Durch vergebene Chancen, darunter auch ein Strafwurf, baute Waiblingen seinen Gegner wieder auf, die SG traf in der 39. Minute zum 17:17-Ausgleich. Vier Minuten später lagen die TIGERS wieder mit drei Toren vorne, doch die SG kämpfte sich nach knapp 46 Minuten beim 21:22 erneut heran. Der VfL, weiterhin clever geführt von Sam, wackelte allerdings nur kurz. Gegen die nun im 7:6 Überzahlspiel agierenden Kirchhoferinnen machte die TIGERS-Defensive dicht. Die eigenen Angriffe wurden nun wieder geduldiger ausgespielt, bis sich die Lücke ergab oder die Außen freigespielt wurde. In der Schlussviertelstunde hatte der VfL die Partie dann fest im Griff. Dem Gastgeber fehlten gegen das Waiblinger Abwehrbollwerk trotz großem Einsatz die Ideen und die Durchschlagskraft, noch etwas dagegen zu setzen. So konnten die TIGERS das Endergebnis zum einem sicheren 31:23-Auswärtssieg hochschrauben.
Entsprechend zufrieden zeigte sich der TIGERS-Trainer Michael Stettener: „Ich finde, wir haben die kritischen Phasen im Spiel recht souverän überstanden. Am Ende gewinnen wir vielleicht etwas zu hoch, aber auf jeden Fall verdient.“
Durch diesen dritten Erfolg in Folge schoben sich die TIGERS im sehr engen Mittelfeld auf den achten Tabellenplatz vor. Am kommenden Samstag geht es nun im letzten Heimspiel der Hinrunde gegen den Fünften HSV Solingen-Gräfrath. Anpfiff ist um 18:00 Uhr.
SG 09 Kirchhof: Charlotte Martin, Lena Schmid; Emilia Damm, Marie Sauerwald (2), Hannah Berk (3), Luisa Kruger, Anna Rudolf (5), Chantal Reimbold (2/2), Juliana Wagner (5), Julia Hertha (2), Vanessa Ulrich (1), Dana Kromer, Fiona Adam, Alexandra Vrabie (3).
VfL Waiblingen: Sarah Nørregaard Thomsen, Laura Hoke; Romy Allgaier, Isabel Toth (3), Isabel Kattner (2), Lena Klingler (3), Samira Brand (5), Cosima Würdinger (1), Maxime Luber (4/2), Amélie Herzog (4/2), Laura Nagy, Maren Keil (5), Lara Eckhardt (4).
Frank Moser